Gute Konter im Gehaltsgespräch

Gute Konter im Gehaltsgespräch

Die nächste Gehaltsverhandlung steht an, aber der Chef mauert? So lassen sich klassische Gegenargumente entkräften.

Mit dem Chef über eine Gehaltserhöhung zu reden, fällt vielen schwer. Und jetzt sind wir auch noch mitten in der Coronakrise. Kurzarbeit und Sparen sind an der Tagesordnung. Andererseits zählen für die Höhe des Gehalts die persönliche Leistung und der Wert des Mitarbeiters für das Unternehmen. Und diese Regeln setzt auch Corona nicht aus.
Allerdings gilt: Wer jetzt in die Verhandlungen starten will, muss sich besonders gut vorbereiten. Die erste Frage dabei lautet: Wie schneide ich wirklich mit dem eigenen Gehalt inklusive Benefits wie Bonus, Dienstwagen oder zusätzlichem Urlaub gegenüber dem Bundesdurchschnitt ab? Eine Recherche bei Gehaltsportalen oder in Gehaltsstudien  hilft. Die zweite Frage: Aufgrund welcher Leistungen, Arbeitserfolge oder Weiterbildungen kann ich eine Erhöhung gerade jetzt rechtfertigen? Eine entsprechende Sammlung sollte man dem Chef präsentieren können.
Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich auf ein paar Gegenargumente einzustellen, die Vorgesetzte gerne einmal aus dem Hut ziehen.

“Klassikersprüche” im Gehaltsgespräch

„Du hat doch gerade erst eine Erhöhung bekommen!“

Das mag stimmen. Umso wichtiger ist, aufzulisten, dass in der Zwischenzeit wieder einiges passiert ist, was für einen erneuten Anstieg spricht. Zum Beispiel mehr Verantwortung, größere Projekte, zusätzliche Führungsaufgaben.

„Ich habe auch jahrelang auf mehr Gehalt verzichtet.“

Interessant zu wissen – aber jetzt geht es nicht um das Gehalt des Chefs, sondern um das eigene.

„Das passt gerade schlecht. Wir sollten in ein paar Monaten nochmal darüber reden.“

Okay, man sollte den Chef zeitlich nicht zu sehr unter Druck setzen. Allerdings geht es ja um aktuelle Leistungen und Erfolge, die eine Gehaltsanpassungen rechtfertigen. Diese könnte der Vorgesetzte in ein paar Monaten schon wieder als Normalzustand verbucht haben. Und dann wird es schwer, sie als Basis für eine Erhöhung heranzuziehen. Daher sollte man für einen Alternativtermin nicht zu viel Zeit gewähren.

„Ich kann das nicht entscheiden!“

Aber wer denn sonst? Die für einen zuständige Führungskraft sollte doch die Leistungen des Mitarbeiters, um die es letztlich geht, am besten beurteilen können.

„Auf Ihrer Position können Sie nicht mehr Geld fordern. Das würde das Gehaltsgefüge des Unternehmens sprengen.“

Wenn es diese Systematik im Unternehmen gibt, ist es schwer dagegenzuhalten. Wer mutig ist, dreht das Gespräch dann einfach in eine andere Richtung: „Und wie sieht es dann mit einer Beförderung beziehungsweise den nächsten Karriereschritten aus? Meine Leistungen würden das rechtfertigen.“

„Ich kann aufgrund des Gehaltsgefüges und in der allgemeinen wirtschaftlichen Situation aktuell einfach nicht mehr bezahlen.“

Ein Versuch ist es dann noch wert, Alternativen zur Erhöhung anzusprechen: Ein zusätzlicher Urlaubstag, ein Dienstfahrrad oder eine Weiterbildung zum Beispiel. Kommt dieser Satz aber, nachdem wirklich alle Argumente ausgetauscht sind, muss der Arbeitnehmer das auch akzeptieren. Er sollte zuletzt aber versuchen, einen Zeitpunkt zu verabreden, an dem ein erneutes Gespräch sinnvoll ist.


Interessante Links

Gehaltsübersicht bei StepStone

Verdiene ich genug? In Deutschland ist ein offener Vergleich von Gehältern nach wie vor nicht üblich. Auch redet jeder Dritte ungern über das Thema. Dabei spielt das Gehalt eine wichtige Rolle im Leben von Fach- und Führungskräften.


Weitere „Killerphrasen“ hat der Personaldienstleister Robert Half in seinem Blog zusammengestellt.

Sie wollen von Ihrem Arbeitgeber mehr Geld fordern? Seien Sie auf Gegenwind gefasst. Schließlich geht es darum, Gehaltsverhandlungen zu führen. Und dafür brauchen Sie gute Argumente, um die Killerphrasen Ihres Chefs zu kontern. Ihr Erfolg hängt davon ab, ob Sie die Einwände entkräften können.


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